Chiropraktik  
     
  Was ist Chiropraktik? | Chiropraktik im Schweizerischen Gesundheitswesen |
Die Ausbildung des Chiropraktors | Die Behandlung |
Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen | Integration | Geschichte der Chiropraktik


Was ist Chiropraktik? 

Als eigenständige Heilmethode hat die Chiropraktik im heutigen Gesundheitswesen die wichtige Aufgabe, Patienten auf natürlichem Wege zu helfen, in der Regel ohne Chirurgie und ohne Medikamente.
ChiropraktorInnen sind selbstständige Medizinalpersonen. Sie absolvieren eine mehrjährige medizinisch fundierte, wissenschaftliche und praktische Ausbildung mit universitärem Charakter und sind verpflichtet, sich regelmässig weiterzubilden. Die Kosten sind seit 1964 durch die Grundversicherung der Krankenkassen, der Unfall- und der Militärversicherung gedeckt und benötigen keine Überweisung einer anderen Medizinalperson (Ausnahme spezielle Versicherungsmodelle: Hausarztmodell, HMO,.).

Das Spezialgebiet der Chiropraktik beinhaltet die medizinische, wie auch die gezielte statische und funktionelle Diagnose, Beratung und Behandlung und Prävention von Schmerzzuständen als Folge statischer und dynamischer Funktionsstörungen des Bewegungsapparates und deren mechanischen und neurophysiologischen Konsequenzen, inklusive Krankheits- und Unfallfolgen. Dazu gehören u.a.:
  • reversible funktionelle Störungen des Bewegungsapparates (z.B. Hexenschuss, Halskehre, Tennisellbogen, Fersensporn, Sportverletzungen...)
  • Muskelverspannungen und Überlastungsschmerzen von Gelenken, Bändern, Sehnen
  • Haltungsbeschwerden, Statische Dysbalance, Beschwerden auf Grund von Überbeweglichkeit (Hypermobilität)
  • degenerativ bedingte Gelenksbeschwerden, Rücken-/Nackenschmerzen
  • Diskushernie, Ischias
  • Schleudertrauma
  • Kopf-, Kiefer- und teilweise Gesichtsschmerzen
  • Schwindel (als Folge von Gelenksfunktionsstörungen)
  • Einfluss der Chiropraktik auf innere Organe: Mit der chiropraktischen Behandlung können Störungen innerer Organe günstig beeinflusst werden. Dies ist ein noch wenig wissenschaftlich erforschtes, jedoch spannendes Gebiet der Chiropraktik und der Osteopathie. Vor allem in den USA wird zurzeit intensiv dazu geforscht.
Zur Sicherung der Diagnose kann der Chiropraktor nebst Befragung und klinischem Untersuch, falls nötig auch Röntgenbilder machen, MRI, CT oder Labor verordnen.
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Chiropraktik im Schweizerischen Gesundheitswesen

Seit 1964 werden die Leistungen der Chiropraktoren als Pflichtleistung von Medizinalpersonen anerkannt. Seither werden chiropraktische Leistungen aus der Grundversicherung der Krankenkassen gedeckt.

Leistungen des Chiropraktors werden in den folgenden Bundesgesetzen und den entsprechenden Verordnungen geregelt:
  • Krankenversicherungsgesetz (KVG)
  • Unfallversicherungsgesetz (UVG)
  • Militärversicherungsgesetz (SUVA)
  • Strahlenschutzgesetz (StSG)
Die Aus- und Weiterbildung des Chiropraktors ist neu im Med BG (Medizinal Bundesgesetz) geregelt. D.h. die Chiropraktik ist auf gleicher Stufe reguliert wie die anderen Medizinalberufe (Humanmedizin, Veterinärmedizin, Zahnmedizin und Pharmazie).


Die Ausbildung des Chiropraktors

In der Schweiz sind Aus- und Weiterbildung des Chiropraktors klar geregelt. Seit 2008 wird das Studium der Chiropraktik an der medizinischen Fakultät der Universität Zürich angeboten. Das Studium dauert 12 Semester und führt über das Bachelorstudium in Medizin (B Med) und das Masterstudium (M Chiro) zum chiropraktischen Doktorat (Dr. der Chiropraktik). Es folgen eine Unterassistenz in einem Schweizerischen Spital, eine mindestens zweijährige klinische Assistenzzeit mit obligatorischer 2-jähriger Weiterbildung durch die Schweizerische Akademie für Chiropraktik (SAC). Die SAC ist durch das eidgenössische Bundesamt für Gesundheit akkreditiert. Ihr obliegt auch die Druchführung der Prüfung zum Fachchiropraktor.

Weitere Infos unter www.chirosuisse.ch.


Die Behandlung

Die Behandlung hat das Ziel, dem Patienten möglichst schonend, gezielt und effizient zu helfen. Dazu stehen dem Chiropraktor ein breites Spektrum an Behandlungstechniken zur Auswahl. Diese wählt er nach Anamnese, Untersuch und Besprechung individuell abgestimmt aus. Folgende gehören u. A. dazu:
  • Funktionelle ergonomische Beratung (Ergonomie, Verhalten, Arbeitsplatz, Sport,...)
  • Behandlungstechniken für Gelenke (spezifische, sanfte chiropraktische Manipulation, Mobilisation, Strecken, Mobilisation und Manipulation unter Anästhesie,...)
  • Weichteiltechniken (chiropraktische Reflextherapie, osteopathische Faszien- und Muskeltechniken,...)
  • Empfehlung von Hilfsmitteln, gezielte Stabilisierungsmassnahmen
  • Physikalische Therapien
  • Instruktion von gesunden und geeigneten Übungen (Chirogymnastik)
Manipulation unter Anästhesie (MUA)

Unter Manipulation unter Anästhesie, kurz MUA, versteht man die Behandlung von Störungen des Bewegungsapparates in Narkose. Dies ermöglicht eine sehr gezielte, effiziente und schonende Behandlung. Die MUA wird vor allem bei Patienten angewendet, die von einer manuellen Behandlung profitieren, aber ungenügend auf die bisherige, herkömmliche Behandlung im wachen Zustand angesprochen haben. Ferner ist sie für Patienten von Vorteil, die sich aus Angst nicht entspannen können oder zu stark unter Schmerzen leiden, als dass man sie konventionell chiropraktorisch behandeln könnte. MUA bedarf einer Spezialausbildung des Chiropraktors.

In Zusammenarbeit mit dem Schmerzzentrum Polymedes AG in Zürich kann ich diese spezialisierte Behandlung mit Fachärzten FMH für Anästhesie und interventionelle Schmerztherapie durchführen.

Funktionelle ergonomische Beratung

Basierend auf der gezielten Analyse des Bewegungsapparates und des Gangs werden sowohl therapeutische wie auch präventive Verhaltensanweisungen aufgezeigt. Dies kann auch bei bisher therapieresistenten Beschwerden zu Funktionsverbesserung und Schmerzlinderung führen.

Chirogymnastik

Falsch ausgeführte oder ungeeignete Übungen können mehr schaden als nützen. Chirogymnastik beinhaltet die individuell abgestimmte Instruktion und Beratung von sinnvollen und gesunden Übungen. Der Chiropraktor berücksichtigt dabei die im Untersuch definierten Schwachstellen, sowie physiologische, biomechanische und wissenschaftliche Erkenntnisse.
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Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen

Wie jede andere Therapie kennt die Chiropraktik ihre Grenzen. Die Lehre der Kontraindikation ist ein wichtiger Bestandteil der klinischen Ausbildung eines jeden Chiropraktors. Bei Bedarf werden Patienten einem entsprechenden Spezial- oder Facharzt zugewiesen.
Die interdisziplinäre Zusammenarbeit und enge Kommunikation mit Hausärzten, Spezialisten (insbesondere Neurologen, Radiologen, Orthopäden, Rheumatologen, Schmerzanästhesisten, Physiotherapeuten,.) sowie Krankenhäusern ist heute Alltag, unverzichtbar und in dieser Form effizient und kostengünstig und im Sinne des Patienten.


Integration

Europäische Integration

Der Beruf des Chiropraktors ist in den meisten Ländern Europas gesetzlich anerkannt, jedoch in unterschiedlichem Ausmass. Mehrheitlich besteht eine Anerkennung als selbständiger Beruf im Gesundheitswesen.
Die verschiedenen nationalen Berufsverbände sind in der Europäischen Chiropraktoren-Union (ECU) vereinigt, deren Ziel es ist, eine Vereinheitlichung der Ausbildungsprogramme, insbesondere auf dem Niveau der Weiterbildung als Assistent zu erreichen. Zudem fördert die ECU die Forschung. Die ECU organisiert jährlich einen europäischen Fortbildungskongress, der alternierend in den verschiedenen europäischen Mitgliedstaaten durchgeführt wird.

Weltweite Integration

Die diversen nationalen Gesellschaften sind Mitglieder der World Federation of Chiropractic (WFC).
Die WFC steht in Verbindung mit internationalen Organisationen, insbesondere der World Health Organisation (WHO). Gemeinsam wird an einem Projekt im Bereich der Arbeitsmedizin gearbeitet. Die WFC ist Mitglied des Council for International Organizations of Medical Sciences (CIOMS), die unter der Schirmherrschaft der WHO und der UNESCO gegründet worden ist und ihren Hauptsitz in Brüssel hat.
Die WFC organisiert alle zwei Jahre einen Fachkongress zu Themen des Bewegungsapparates, häufig in Zusammenarbeit mit anderen internationalen Organisationen.


Geschichte der Chiropraktik

Die Geschichte der Chiropraktik begann vor über 100 Jahren, als Daniel David Palmer, (1845-1913) und später sein Sohn Bartlett Joshua Palmer (1882-1961) seine chiropraktische Theorie der Krankheitsentstehung postulierte, indem er die Funktion des Nervensystems mit der Funktion der Wirbelsäule in Zusammenhang brachte. "Die Funktion der Wirbelsäule bestimmt die Funktion des Nervensystems, und die wiederum bestimmt das Funktionieren des Körpers."

Vater und Sohn Palmer ist es zu verdanken, dass die Chiropraktik als Massnahme zur Behebung von Funktionsstörungen des Wirbelsäulengefüges systematisiert und zu einer wirksamen Therapie zahlreicher gesundheitlicher Beschwerden und krankhafter Vorgänge entwickelt wurde. Ende des 19. Jahrhunderts gründeten sie das erste Lehrinstitut für Chiropraktik, «The Palmer College of Chiropractic» in Davenport, Iowa, USA.

Geschichte der Chiropraktik in der Schweiz

Ende der zwanziger Jahre kehrten die ersten Schweizer Chiropraktoren von ihrer Ausbildung aus den USA in die Schweiz zurück und erzielten Behandlungserfolge bei zahlreichen Patienten, die mit herkömmlichen Methoden zuvor erfolglos behandelt worden waren. Am 22. Januar 1939 entschied sich die Zürcher Stimmbürgerschaft nach leidenschaftlich geführtem Abstimmungskampf, die Chiropraktoren zur Krankenbehandlung zuzulassen. Der Entscheid des Zürcher Volks war eine Kundgebung des Vertrauens in die fachliche Kompetenz der Chiropraktoren und in den therapeutischen Wert ihres Verfahrens. Er hatte wegweisenden Charakter für die Zulassung der Chiropraktoren in der ganzen Schweiz.

Am 5. Juli 1962 reichte die Patientenorganisation Pro Chiropraktik eine Petition mit 394 390 Unterschriften ein. Es wurde verlangt, dass anlässlich des Kranken- und Unfallversicherungsgesetzes KUVG die Chiropraktik Pflichtleistung der Krankenkassen werde.

Heute ziehen Patienten Nutzen aus einer wissenschaftlich fundierten Chiropraktik und einer immer erfolgreicheren Zusammenarbeit mit den anderen medizinischen Disziplinen: Die Chiropraktik ist eine Alternative oder eine Ergänzung zu den medikamentösen und chirurgischen Behandlungen zahlreicher Krankheiten und Beschwerden des Bewegungsapparates.

Einige der oben genannten Texte können in einer Broschüre der Schweizerischen Chiropraktoren-Gesellschaft SCG in Bern angefordert werden.


 
     
  Dr. M. Baechler
Dr. F. Fehr Leu
Chiropraktorinnen SCG/ECU
Kreuzstrasse 3b
6130 Willisau
Tel. 041 971 08 48
Fax 041 971 08 49
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